Nachhaltige Baustelle im Spezialtiefbau: Das Deutsche Museum wird modernisiert
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In zwei Bauabschnitten wird das Deutsche Museum in München bis 2028 modernisiert. Neben der Umgestaltung der Ausstellungsbereiche wird auch die Bausubstanz technisch, funktional und statisch erneuert. Um den historischen Sammlungsbau zu sichern, wurde der PORR Spezialtiefbau mit Unterfangungen und Tiefgründungen beauftragt. Ganz im Sinne der Nachhaltigkeitsstrategie der PORR wird die Ausführung nach den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB) zertifiziert.
<p>Baustelleneinrichtung vor dem Deutschen Museum</p>
Ein „Jahrhundertprojekt“ nennt das Deutsche Museum die Komplettmodernisierung eines der weltweit bedeutendsten Museen für Naturwissenschaft und Technik, das im Jahr 1903 gegründet wurde. München nimmt in der Geschichte des Betonbaus einen herausragenden Platz ein. Neben dem Hofbräuhaus am Platzl und der heutigen Bayerischen Staatskanzlei wurde auch der vierflügelige Sammlungsbau des Deutschen Museums aus dem seinerzeit modernsten Baustoff errichtet. Das Gebäude ist auf insgesamt 1500 Pfählen gegründet, das abschließende Fundament wurde aus Eisenbeton gegossen und beim Bau selbst wurden praktisch alle modernen Betonbauverfahren eingesetzt. Im Rahmen der Modernisierung muss die bestehende, mehr als 100 Jahre alte Bausubstanz an vielen Stellen statisch ertüchtigt und gesichert werden.
Geschlossene Teamleistung bei beengten Platzverhältnissen
Um Baugruben für Leitungen- und Technikkanäle herstellen zu können, erhielt der PORR Spezialtiefbau München vom Deutschen Museum den Auftrag für die Unterfangung von Bestandsfundamenten sowie die Tiefgründung neuer Fundamente im 1. Untergeschoss des Sammlungsbaus. Insgesamt kommen rund 1.200 m3 DSV-Körper sowie 108 bis zu 15 Meter lange Mikropfähle mit Durchmessern von 200 und 250 Millimetern zur Ausführung.
Die beengten Platzverhältnisse stellen eine besondere Herausforderung dar. „Von der Planung über die Ausführung bis hin zur Logistik liefern wir eine geschlossene Teamleistung ab“, lobt Bauleiterin Sophia Habermann. Die PORR Equipment Services ist für die Lieferung der kompakten Elektro-Bohrgeräte und die Baustelleneinrichtung verantwortlich, der Standort Colbitz liefert die vorgefertigten Mikropfähle und die PORR Spezialtiefbau Planung steuert die gesamte Ausführungsplanung bei.
Injektionsbindemittel mit Pflanzenkohle senkt CO2-Footprint
Das Projekt wird durch die DGNB als „nachhaltige Baustelle im Spezialtiefbau“ zertifiziert. Bewertet werden unter anderem die Baustellenorganisation, der Ressourcenschutz, der Gesundheitsschutz sowie die Qualität der Bauausführung.
„Die PORR hat sich zum Ziel gesetzt, beim ressourcenbewussten, kreislauffähigen Bauen marktführend zu sein. Daher sind wir auch stets daran interessiert, neue Baustoffe zu erproben, mit denen wir den CO2-Footprint unserer Baustellen senken können“, fährt Habermann fort. Bei der Herstellung der DSV-Säulen im Deutschen Museum kommt in Teilen ein innovatives und nachhaltiges Injektionsbindemittel zum Einsatz. Das von der Geosystems Spezialbaustoffe entwickelte Produkt enthält Pflanzenkohle. Dieser Baustoff ist in der Lage, CO2 zu speichern und zählt damit zu den interessanten Lösungen, um den CO2-Footprint im Spezialtiefbau reduzieren. In zahlreichen baustofftechnischen Laborversuchen war im Vorfeld durch den Zementhersteller Rohrdorfer die generelle Eignung nachgewiesen worden.