PORR sichert historische Infrastruktur in der Hamburger Speicherstadt
Hamburg, / Spezialtiefbau
Neuer Auftrag im UNESCO-Welterbe: Die PORR Spezialtiefbau GmbH übernimmt die Rückverankerung von Kaimauern im Herzen der historischen Speicherstadt Hamburg. Die Arbeiten erfolgen vollständig vom Wasser aus - unter Tideeinfluss, im sensiblen Bestand und mit hohen Anforderungen an Präzision und Qualität.
Die PORR Spezialtiefbau GmbH übernimmt die Rückverankerung von Kaimauern im Herzen der historischen Speicherstadt Hamburg.
Die Hamburger Speicherstadt ist Wahrzeichen, Touristenmagnet und zugleich eine prägende historische Infrastruktur Hamburgs. Ihre Kaimauern sichern seit mehr als einem Jahrhundert die Stabilität des UNESCO-Welterbes entlang der Fleete und Wasserläufe. Mit ihrer Sanierung wird eine zentrale Infrastruktur dauerhaft erhalten und für die Zukunft gesichert. Genau hier übernimmt die PORR eine anspruchsvolle Aufgabe: die Rückverankerung der Kaimauern an den Speichern G/KB/O sowie S/T/U.
Bauen im Bestand und auf dem Wasser
Die Arbeiten finden unter besonderen Rahmenbedingungen statt. Sämtliche Leistungen werden vom Ponton aus ausgeführt; auch die vollständige Baustelleneinrichtung befindet sich auf dem Wasser. Hinzu kommt der Tideeinfluss mit einem Hub von bis zu vier Metern, der die Abläufe auf der Baustelle zusätzlich prägt. Gleichzeitig erfordert das Arbeiten im historischen Bestand ein Höchstmaß an Genauigkeit: Die Bohrungen müssen präzise zwischen der vorhandenen Gründung ausgeführt werden.
Damit verbindet das Projekt gleich mehrere Herausforderungen: Arbeiten im UNESCO-Welterbe, eine logistisch anspruchsvolle Baustelleneinrichtung auf dem Wasser, wechselnde Wasserstände sowie hohe Anforderungen an Qualität, Termin- und Ausführungssicherheit.
Präzision unter anspruchsvollen Bedingungen
Für die Rückverankerung der Kaimauern setzt der PORR Spezialtiefbau Mikropfähle ein. Ergänzend werden Pfahlkopfnischen hergestellt und Kernbohrungen durchgeführt. Zum Einsatz kommt dabei das Überlagerungsbohrverfahren. Dieses Verfahren eignet sich besonders für die anspruchsvollen Boden- und Bestandsbedingungen, da es ein kontrolliertes Bohren ermöglicht und das Risiko unkontrollierter Ausspülungen aus dem Baugrund reduziert.
Ein besonderer technischer Schwerpunkt liegt auf der Kopfkonstruktion der Mikropfähle. Diese wurde im Rahmen eines Probefelds von der PORR entwickelt. Sie gewährleistet den erforderlichen Korrosionsschutz und ermöglicht zugleich Abnahmeprüfungen sowie das Aufbringen der Vorspannung.
Lösungskompetenz aus Planung und Ausführung
Neben der ausführenden Einheit ist auch die PORR Spezialtiefbau Planung GmbH in das Projekt eingebunden. Damit vereint die PORR technisches Know-how aus Planung und Ausführung. Die enge Verzahnung aller Projektphasen ermöglicht kurze Abstimmungswege, strukturierte Planung und maßgeschneiderte Lösungen für komplexe Infrastrukturprojekte im Bestand. Bereits in der Akquise haben Jürgen Ahlers, Projektleiter, und Marvin Freier, Bauleiter, ihre Erfahrung im Spezialtiefbau eingebracht und damit eine wichtige Grundlage für den Auftrag geschaffen. Das Projekt in der Hamburger Speicherstadt zeigt exemplarisch das PORR-Prinzip „Alles aus einer Hand“.
Dieses Know-how bringt die PORR nicht zuletzt aus vergleichbaren Projekten in der Speicherstadt mit: In der Vergangenheit hat sie bereits verschiedene Abschnitte der dortigen Kaimauern saniert und dabei umfassende Erfahrung mit den besonderen baulichen, logistischen und denkmalbezogenen Anforderungen vor Ort gesammelt.
„Mit der Rückverankerung der Kaimauern leisten wir einen wichtigen Beitrag zum langfristigen Erhalt einer historischen Infrastruktur von nationaler Bedeutung. Die Arbeiten in der Speicherstadt verbinden technische Präzision mit besonderen Anforderungen an Logistik, Qualität und Ausführungssicherheit. Dass wir diesen Auftrag im Herzen eines UNESCO-Welterbes umsetzen dürfen, zeigt unsere Kompetenz im Spezialtiefbau und im Umgang mit komplexen Rahmenbedingungen“, sagt Markus Wenke, Regionalleiter Nord der PORR Spezialtiefbau GmbH.
Sicherung historischer Bausubstanz
Die Arbeiten für die Rückverankerung starten Anfang August 2026 und sollen voraussichtlich Anfang 2028 abgeschlossen werden. Das Projekt verdeutlicht zugleich den integrierten Ansatz der PORR: Von der Entwicklung technischer Lösungen über die Planung bis zur Ausführung werden sämtliche Leistungen eng verzahnt erbracht. So entstehen Infrastrukturprojekte aus einer Hand.