Limburg an der Lahn
Fachinger Tunnel
Fachingen, Österreich / 01.2023 - 11.2026
Mehr als 160 Jahre nach seiner Inbetriebnahme wurde der Fachinger Tunnel bei Limburg an der Lahn umfassend erneuert. PORR führte die Arbeiten gemeinsam mit den ARGE-Partnern FELDHAUS Bergbau GmbH & Co. KG und Heinz Schnorpfeil Bau GmbH aus. Auftraggeber war die DB InfraGO AG. Die Bauausführung erfolgte unter weitgehender Aufrechterhaltung des Bahnbetriebs.
Facts & Figures
Unternehmen
PORR GmbH & Co. KGaA
Projektart
Tunnelbau
Bauzeit
01.2023 - 11.2026
Erneuerung eines historischen Eisenbahntunnels unter laufendem Bahnbetrieb
Erneuerung eines historischen Eisenbahntunnels
Der 426 m lange Fachinger Tunnel wurde zwischen 1861 und 1862 errichtet und ist Teil der Lahntalbahn zwischen Wetzlar und Koblenz. Im Zuge der Baumaßnahme wurde der bestehende Tunnelquerschnitt aufgeweitet und an das erforderliche Lichtraumprofil angepasst. Der Leistungsumfang umfasste die Erneuerung des Tunnelbauwerks mit einer neuen Ortbetoninnenschale sowie die Herstellung der Portalbauwerke und Randwege.
Tunnel-im-Tunnel-Methode unter Bahnbetrieb
Die Erneuerung erfolgte nach der Tunnel-im-Tunnel-Methode mit einem Tunnelaufweitungssystem. Hierfür wurde ein provisorisches Gleis mittig im vorhandenen Tunnel angeordnet und innerhalb einer Einhausung betrieben. Diese Bauweise ermöglichte die abschnittsweise Aufweitung des Tunnelquerschnitts bei weitgehender Aufrechterhaltung des Zugverkehrs. Für einzelne Bauphasen waren Totalsperrungen erforderlich.
Neue Innenschale und ergänzende Infrastrukturarbeiten
Neben der Aufweitung und dem Einbau der neuen Ortbetoninnenschale umfasste das Projekt weitere Leistungen im Umfeld des Tunnels:
- Erneuerung des Oberbaus
- Herstellung von Stützwänden
- Sicherung von Böschungen und Hängen
- Ersatz eines Durchlasses
- Kabeltiefbau und Kabelverlegung
- Signalbauarbeiten
- Herstellung von Portalbauwerken und Randwegen
Die einzelnen Leistungen wurden mit dem Tunnelbau und den betrieblichen Anforderungen der Bahnstrecke koordiniert.
Gleisgebundene Baustellenlogistik
Die räumlichen Verhältnisse im und vor dem Tunnel sowie die eingeschränkte Zugänglichkeit bestimmten die Baustellenlogistik. Ein wesentlicher Teil der Material- und Gerätetransporte erfolgte gleisgebunden. Die Arbeiten mussten auf den Bahnbetrieb, die verfügbaren Sperrzeiten und die Bauzustände innerhalb des bestehenden Tunnelquerschnitts abgestimmt werden.
Arbeiten im Heilquellenschutzgebiet
Das Baufeld lag innerhalb der Schutzzone III des Heilquellenschutzgebiets „Staatlich Fachingen“. Im Rahmen der Bauausführung wurden projektbezogene Maßnahmen zum Gewässer- und Bodenschutz umgesetzt. Die Arbeiten wurden zudem umweltökologisch begleitet. Nach Abschluss der Bauarbeiten ist die Rekultivierung der hierfür genutzten Flächen vorgesehen.
Zweigleisiger Endzustand des Fachinger Tunnels
Ein wesentlicher Projektabschnitt war die Herstellung des zweigleisigen Endzustands während einer Totalsperrung im Frühjahr 2026. Der erneuerte Fachinger Tunnel wurde am 15. Mai 2026 in Betrieb genommen. Die weiteren Projektleistungen und Abschlussarbeiten sind bis November 2026 vorgesehen.
Grundlage für den weiteren Bahnbetrieb auf der Lahntalbahn
Mit der Aufweitung des Tunnelquerschnitts, der neuen Ortbetoninnenschale und den ergänzenden Infrastrukturarbeiten wurde der Fachinger Tunnel an die Anforderungen des künftigen Schienenverkehrs angepasst. Das Projekt verbindet die Erneuerung eines historischen Tunnelbauwerks mit der weitgehenden Aufrechterhaltung des Bahnbetriebs während der Bauzeit.