Horb am Neckar
Hochbrücke Horb
Horb a.N., Deutschland / 01.2023 - 01.2028
Die PORR Deutschland erhielt in einer Bietergemeinschaft mit dem Leistungsbereich Ingenieurbau und Spezialtiefbau den Zuschlag für die Errichtung des Abschnitts Hochbrücke Horb der Bundesstraße 32 über das Neckartal. Auftraggeber ist das Regierungspräsidium Karlsruhe des Landes Baden-Württemberg.
Facts & Figures
Unternehmen
PORR GmbH & Co. KGaA, PORR Spezialtiefbau GmbH
Projektart
Alles aus einer Hand, Brückenbau, Gründung
Bauzeit
01.2023 - 01.2028
Ein Bauwerk, das Wege verkürzt und die Region spürbar entlastet
Insgesamt entsteht eine 667 m lange und bis zu 90 m hohe Hochbrücke mit sechs Feldern. Die drei mittleren Pfeiler werden als Pylone mit V-förmiger Aufweitung ausgeführt, an denen der Überbau „aufgehängt“ wird. Die Gründung erfolgt überwiegend über Großbohrpfähle mit einem Durchmesser von 1,50 m und Tiefen bis zu 40 m. Die neue Hochbrücke führt die Bundesstraße B32 künftig über das Neckartal und sorgt dafür, dass der Durchgangsverkehr die Horber Innenstadt nicht mehr belastet. Für Pendlerinnen und Pendler, Logistikunternehmen und die kommunale Infrastruktur bedeutet das: kürzere Wege, höhere Sicherheit, weniger Staus.
Startschuss und erste Bauphasen
Nach dem Projektstart 2023 ging es zügig voran: Die PORR schloss die Spezialtiefbauarbeiten südlich des Neckars ab und das südliche Widerlager sowie der erste Pfeiler wurden errichtet. Parallel startete die Herstellung der Tiefgründungen für die Hilfsachsen des Traggerüstes, sowie der Aufbau des Traggerüstes im südlichen Bereich. BIM wurde von Beginn an als digitales Pilotprojekt aktiv eingeführt und im Baualltag genutzt.
Ein Überbau, der wächst – Abschnitt für Abschnitt
Im südlichen Bauabschnitt folgte 2024 die Herstellung des ersten Brückenpfeilers. Mit Start am Widerlager wurde der erste Überbauabschnitt von insgesamt 26 Bauabschnitten auf einer Vorschubrüstung errichtet. Mitte April 2024 wurde der erste Überbauabschnitt erfolgreich fertiggestellt.
Im Sommer 2024 erreichte das Team die Talmitte. Der Überbau wurde in den Abschnitten 2 bis 4 weitergeführt – inklusive Einbau der Stahl-Querträger, Bewehrung und interner Spannglieder – während gleichzeitig das dritte Vorschubgerüst aufgebaut wurde.
Spezialtiefbauexpertise für sicheren Baugrund
Im September 2024 übergab das Regierungspräsidium Karlsruhe das Baufeld „Am Rauschbart“. Dort startete der PORR Spezialtiefbau mit der Bohrpfahlgründung: insgesamt wurden 233 Großbohrpfähle mit bis zu 44 m Länge ausgeführt, zahlreiche Hilfspfeiler gegründet und rund 100.000 m³ Erdmaterial zur Herstellung der Arbeitsebenen und Baustraßen bewegt.
Ende Februar 2025 waren die Gründungsarbeiten abgeschlossen, sodass die Errichtung der Traggerüste und Pfeiler auch auf der Nordseite beginnen konnte.
Fertigstellung des ersten Pylonen‑Überbaus
Im April 2025 wurde ein bedeutender Meilenstein erreicht: Der 50 m lange und gevoutete Überbauabschnitt im Bereich des ersten, südlichen Pylons wurde in nur 2,5 Monaten eingeschalt, bewehrt und erfolgreich 65 m über dem Neckar betoniert. Dabei wurden über 600 m³ Beton in großer Höhe verarbeitet. Dieser Abschnitt bildet die Grundlage für die V‑förmig aufgeweiteten Pylone und die spätere Abspannung mit jeweils fünf Schrägseilen pro Seite.
Parallel liefen im Norden die Arbeiten am Widerlager „Am Rauschbart“ weiter, während zugleich 60 m lange und bis zu 14 cm starke Grobbleche zur Verstärkung der Stege vorbereitet wurden.
Pylone wächst, erster Seilbereich entsteht
Bis Herbst 2025 wurden die ersten beiden von insgesamt sechs Pylonen fertiggestellt, auch der letzte Pfeiler auf der Nordseite war errichtet. Damit waren die Voraussetzungen geschaffen, die nächsten Überbauabschnitte herzustellen.
Im September 2025 wurde der erste von drei Seilbereichen errichtet – ein technisch anspruchsvoller Meilenstein angesichts der engen Platzverhältnisse zwischen Bahnlinie und Radweg. Ein 700 Tonnen Raupenkran hob die bis zu 60 m langen und 100 Tonnen schweren Grobbleche ein.
Überbau wächst sichtbar
Bis Ende Januar 2026 war nahezu die Hälfte des gesamten Überbaus errichtet. Die Vorschubrüstungen wurden im Anschluss an die Seileinbauarbeiten am ersten Pylonen in die nächsten Bauabschnitte verschoben, sodass zukünftig an fünf Positionen gleichzeitig gearbeitet werden kann.
Gleichzeitig wurde der zweite und letzte Einsatz des Raupenkrans vorbereitet, der die verbliebenen Grobbleche einheben sollte.
Ende Februar 2026 begann der Einbau der Schrägseile als zentrales konstruktives Element der Hochbrücke. An den Achsen 30, 40 und 50 wird der Überbau mit jeweils fünf Schrägseilen pro Steg abgespannt. Moderne Litzenbündelseile werden dabei in mehreren Spannstufen über die Pylone und den Überbau kraftschlüssig verankert.
Ein Projekt, das Verbindungen schafft
Mit der Hochbrücke Horb entsteht ein Bauwerk, das nicht nur Ingenieurkunst demonstriert, sondern vor allem eines bietet: spürbar mehr Lebensqualität, leistungsfähige Mobilität und eine nachhaltige Entlastung der gesamten Region. Die Brücke schafft Kapazitäten, verbessert Verkehrsflüsse und stärkt die Anbindung an wichtige Wirtschaftsachsen.
Gesamtüberblick in der Animation
Einen eindrucksvollen Überblick über das Gesamtprojekt zeigt die Animation des Regierungspräsidium Karlsruhe in diesem Youtube-Video.
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