Schwarzach bei Nürnberg
Kanaltrogbrücke
Schwarzach bei Nürnberg, Deutschland / 06.2021 - 03.2022
Die Kanaltrogbrücke Schwarzach führt den Main-Donau-Kanal über die Schwarzach sowie eine darunter verlaufende Straße. Im Rahmen der Sanierung des Bauwerks wurde PORR Spezialtiefbau mit der Herstellung von vier Baugruben im Bereich der Brückenflügelwände sowie der Ausführung und Prüfung von vier Litzen-Probeankern in den Brückenwiderlagern beauftragt.
Facts & Figures
Unternehmen
PORR Spezialtiefbau GmbH
Projektart
Sanierung
Bauzeit
06.2021 - 03.2022
Baugruben- und Verbaulösungen für die Sanierung einer Kanalbrücke
Für die vorgesehenen Sanierungsmaßnahmen an den Brückenflügelwänden mussten vier Baugruben mit Tiefen von rund neun Metern hergestellt werden. Ziel war die Schaffung der erforderlichen Arbeitsbereiche für die nachfolgende Verspannung der Flügelwände mit Litzenstahlbändern. Die Herstellung der Baugruben erfolgte unter beengten Platzverhältnissen im unmittelbaren Umfeld des Brückenbauwerks und erforderte eine auf die örtlichen Randbedingungen abgestimmte Verbaulösung.
Baugrubensicherung mit Spundwand und Bodenvernagelung
Zur Sicherung der Baugruben kamen unterschiedliche Spezialtiefbauverfahren zum Einsatz. Die Längswände wurden mit ausgesteiften Spundwänden gesichert, während die bergseitigen Stirnwände als bodenvernagelte Spritzbetonkonstruktionen ausgeführt wurden. Zur temporären Sicherung der Brückenflügelmauern im Bauzustand wurden auf drei Ebenen Aussteifungsverbände aus Stahlträgern angeordnet. Diese übertrugen die erforderlichen Stützkräfte von den Spundwänden auf die bestehenden Bauwerksteile. PORR Spezialtiefbau verfügt über langjährige Erfahrung im Bereich der Bodenvernagelung. Das Unternehmen war an der Entwicklung des Verfahrens beteiligt und besitzt für das eingesetzte System eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (Z-20.01-104).
Litzenanker unter beschränkten Platzverhältnissen
Ergänzend zu den Baugrubenarbeiten wurden an den Brückenwiderlagern vier Litzen-Probeanker mit Längen von bis zu 50 m hergestellt und geprüft. Die Arbeiten erfolgten unter eingeschränkten Höhenverhältnissen und beengten Platzverhältnissen im Bereich des bestehenden Brückenbauwerks. Planung und Ausführung mussten daher an die örtlichen Rahmenbedingungen angepasst werden.
Rüttelspülverfahren für anspruchsvolle Baugrundverhältnisse
Die Spundwände wurden parallel zu den Flügelwänden der Brückenwiderlager in den Kanaldammböschungen eingebracht. Aufgrund der Geländesituation war ein mäklergeführtes Einrütteln der bis zu 13 m langen Doppelspundbohlen nicht möglich. Die Bohlen wurden daher freireitend eingerüttelt. In Teilbereichen kam zusätzlich das sogenannte Rüttelspülverfahren zum Einsatz. Durch die unterstützende Wasserspülung konnten Bodenhindernisse sowie schwer durchdringbare Bodenschichten überwunden werden.
Planung und Ausführung aus einer Hand
Die Kolleginnen und Kollegen von PORR Spezialtiefbau Planung unterstützten das Projekt mit der statischen Berechnung des Baugrubenverbaus sowie der bodenvernagelten Spritzbetonstirnwände. Darüber hinaus wurden die Ausführungsplanung und die technischen Ergänzungen für Baugrubenverbau und Bodenvernagelung erstellt. Durch die enge Verzahnung von Planung und Ausführung konnte die Baugrubenlösung auf die Anforderungen des Brückenbauwerks und die örtlichen Gegebenheiten abgestimmt werden.
Grundlage für die Sanierung der Kanaltrogbrücke
Mit der Herstellung der Baugruben, der Spundwand- und Bodenvernagelungskonstruktionen sowie der Litzen-Probeanker entstanden die Voraussetzungen für die Sanierung der Kanaltrogbrücke Schwarzach. Die Spezialtiefbauarbeiten bildeten damit die Grundlage für die Instandsetzung eines Bauwerks des Main-Donau-Kanals.