Wilstedt
Windpark Wilstedt-Süd
Wilstedt, Deutschland / 2022
Für den Windpark Wilstedt-Süd nahe Bremen führte PORR Spezialtiefbau die Pfahlgründung von sechs Windenergieanlagen aus. Insgesamt stellte die Niederlassung Oldenburg 336 Frankipfähle NG® mit einem Durchmesser von 51 cm und Pfahllängen von bis zu 16 m her. Die Spezialtiefbau Planung verantwortete die Pfahlstatik für die Gründung der Windkraftanlagen. Der neue Windpark erweitert den bereits seit 2008 bestehenden Windenergiestandort Wilstedt um sechs Anlagen. Aufgrund des setzungsempfindlichen Baugrunds im Moorgebiet war eine Tiefgründung erforderlich, um die Lasten der Windenergieanlagen in tiefer liegende, tragfähige Bodenschichten abzuleiten.
Facts & Figures
Unternehmen
PORR Spezialtiefbau GmbH
Projektart
Gründung
Bauzeit
2022
Pfahlgründung mit Frankipfählen
Tiefgründung von Windenergieanlagen auf Moorboden
Die Gründung einer Windenergieanlage muss hohe und wechselnde Einwirkungen aufnehmen. Dazu gehören das Eigengewicht der Anlage, dynamische Belastungen durch Wind sowie Einflüsse aus schwankenden Grundwasserständen. Im Windpark Wilstedt-Süd kamen anspruchsvolle geotechnische Bedingungen hinzu. Der Baugrund besteht aus Torfen, Mudden und Schlicken. Diese Bodenschichten sind stark setzungsempfindlich und boten keine ausreichende Grundlage für eine Flachgründung. Tragfähige Sande wurden im Gründungsbereich erst in Tiefen zwischen sechs und zwölf Metern angetroffen. Das Gründungskonzept sah deshalb eine Pfahltiefgründung mit Frankipfählen NG® vor.
336 Frankipfähle NG® für sechs Windkraftanlagen
Für die Fundamente der sechs Windenergieanlagen stellte PORR Spezialtiefbau insgesamt 336 Frankipfähle NG® her. Die Ortbetonrammpfähle besitzen einen Durchmesser von 51 cm und erreichen Längen von bis zu 16 m. Der Frankipfahl NG® eignet sich für die Abtragung hoher Lasten in tiefer liegende, tragfähige Bodenschichten. Anzahl, Länge und Pfahlfußvolumen konnten entsprechend den Baugrundverhältnissen und den statischen Anforderungen der einzelnen Windenergieanlagen festgelegt werden. Der erweiterte Pfahlfuß unterstützt die Lastübertragung in den tragfähigen Untergrund.
Kiesvorverdichtung verbessert die Tragfähigkeit des Baugrunds
In Teilbereichen wies der Boden auch in der vorgesehenen Pfahlabsetztiefe noch keine ausreichende Tragfähigkeit auf. Vor dem eigentlichen Rammen wurde daher Kies unterhalb und oberhalb der geplanten Pfahlabsetztiefe ausgestampft. Durch diese Kiesvorverdichtung wurde der Boden im Bereich des Pfahlfußes gezielt verdichtet. Die Baugrundverbesserung ergänzte die Pfahlgründung und wurde an die geotechnischen Bedingungen des Moorstandorts angepasst.
Pfahlstatik und Spezialtiefbau aus einer Hand
Neben der Herstellung der Frankipfähle NG® übernahm die Spezialtiefbau Planung die Pfahlstatik. Damit wurden Planung und Ausführung der Gründung auf die Lasten der Windenergieanlagen sowie auf die örtlichen Bodenverhältnisse abgestimmt. Auftraggeber für die Gründungsarbeiten war die Windsparte der Firmengruppe Max Bögl. Zum Einsatz kamen Windenergieanlagen des Typs Nordex N149. Der Projektentwickler wpd onshore GmbH betreibt am Standort Wilstedt bereits neun Windkraftanlagen.
Gründungslösung für den Windpark Wilstedt-Süd
Die Kombination aus Frankipfählen NG®, erweitertem Pfahlfuß und Kiesvorverdichtung ermöglichte eine auf den setzungsempfindlichen Baugrund abgestimmte Tiefgründung. Mit 336 Pfählen entstand die Gründungsbasis für sechs Windenergieanlagen im Windpark Wilstedt-Süd. Das Projekt zeigt, wie Pfahlgründungen und ergänzende Baugrundverbesserungen bei der Errichtung von Windkraftanlagen auf Moorboden miteinander kombiniert werden können.