Berlin
Pergamonmuseum
Berlin, Deutschland / 08.2014 - 02.2018
Im Rahmen des Masterplans Museumsinsel führte die ARGE Baugrube PMU II umfangreiche Spezialtiefbauarbeiten im und unter dem Pergamonmuseum aus. Auftraggeber war das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung. Die Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit der Sanierung des Museums sowie der Errichtung neuer Bauwerksbereiche für die zukünftige Archäologische Promenade zwischen Pergamonmuseum, Bode-Museum, Neuem Museum und Altem Museum.
Facts & Figures
Unternehmen
PORR Spezialtiefbau GmbH
Projektart
Unterfangung, Sanierung
Bauzeit
08.2014 - 02.2018
Spezialtiefbauarbeiten für die Sanierung des Pergamonmuseums auf der Museumsinsel
Spezialtiefbau im UNESCO-Welterbe
Die Arbeiten wurden innerhalb des denkmalgeschützten Bestands der Berliner Museumsinsel ausgeführt. Gleichzeitig blieb das Museum während der Bauzeit für Besucher geöffnet. Die Baumaßnahme umfasste Spezialtiefbau-, Unterfangungs-, Wasserhaltungs-, Stahlbau-, Aushub- und Abbrucharbeiten unter den besonderen Randbedingungen eines UNESCO-Welterbes.
Unterfangungen und dichte Baugruben
Für die Sanierung der bestehenden Gründung und die Herstellung neuer Bauwerksbereiche wurden insgesamt 21 dichte Tröge ausgeführt. Darüber hinaus erfolgten umfangreiche Unterfangungsarbeiten im Düsenstrahlverfahren. Die Baugruben und Unterfangungen wurden an die vorhandenen historischen Bauwerksstrukturen angepasst.
Mikropfähle und Injektionsarbeiten
Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeiten war die Herstellung von rund 970 Mikropfählen mit Tiefen von bis zu 30 m. Zusätzlich wurden umfangreiche Niederdruckinjektionen mit Feinstzementen durchgeführt. Die Maßnahmen dienten der Anpassung und Sicherung der bestehenden Gründungssituation im Bereich des Museums.
Wasserhaltung und Baugrubenherstellung
Zur Realisierung der Bauwerke wurden Wasserhaltungsmaßnahmen ausgeführt. Ergänzend erfolgten Aushub-, Stahlbau- und Abbrucharbeiten. Die Arbeiten wurden unter Berücksichtigung der vorhandenen Bestandskonstruktionen sowie der geotechnischen Randbedingungen auf der Museumsinsel durchgeführt.
Arbeiten im historischen Bestand
Ein Schwerpunkt des Projekts lag auf der Erkundung bestehender Bauwerksstrukturen. Im Bereich des sogenannten „Tempietto“, in dem der neue Museumseingang entsteht, wurden tiefreichende Hindernisse angetroffen. Zur Herstellung einer Dichtsohle mussten diese Hindernisse bis in Tiefen von 9,20 m geräumt werden. Hierfür kam eine Drehbohranlage zum Einsatz.
Behelfsbrücke für die Baustellenlogistik
Für die Montage der rund 65 t schweren Drehbohranlage wurde eine etwa 40 m lange Stahl-Behelfsbrücke hergestellt. Die Brücke war erforderlich, da die Andienung des Arbeitsbereichs aufgrund der umgebenden Bebauung und der räumlichen Situation auf der Museumsinsel eingeschränkt war.
Monitoring während der Bauarbeiten
Während der Bauausführung wurde das bestehende Pergamonmuseum kontinuierlich überwacht. Hierzu kam ein umfassendes Monitoring-System zum Einsatz, das Veränderungen und Bewegungen im Bestand erfasste. Die Überwachung begleitete sämtliche Arbeiten im unmittelbaren Umfeld des historischen Bauwerks.
Grundlage für die weitere Sanierung des Pergamonmuseums
Mit den Unterfangungs-, Mikropfahl-, Injektions- und Baugrubenarbeiten wurden die Voraussetzungen für die weiteren Rohbau- und Sanierungsmaßnahmen geschaffen. Die Arbeiten verbanden Spezialtiefbau, Bestandssicherung und Neubau innerhalb des denkmalgeschützten Ensembles der Berliner Museumsinsel.