Aschersleben
Einetalbrücke
Aschersleben, Deutschland / 2025
Zwischen den Höhenzügen des Harzes und der Flusslandschaft des Eine-Tals entsteht im Zuge der B180n eine neue Brückenverbindung. Für den Neubau der Einetalbrücke mussten bereits vor der eigentlichen Gründung besondere geologische Randbedingungen berücksichtigt werden. Im Bereich der späteren Gründungsachse wurde eine unterirdische Karstspalte erkundet. Hohlräume und lösliche Gesteinsschichten im Untergrund beeinflussten die Planung der Tiefgründung und machten zusätzliche Maßnahmen zur Baugrundverbesserung erforderlich. Der PORR Spezialtiefbau Berlin erhielt den Auftrag zur Herstellung eines DSV-Unterfangungskörpers als Grundlage für die anschließende Brückengründung.
Facts & Figures
Unternehmen
PORR Spezialtiefbau GmbH
Projektart
Baugrundverbesserung
Bauzeit
2025
Baugrundverbesserung für die Gründung der Einetalbrücke im Karstgebiet
Brückenbau über einer Karststruktur
Karstformationen gehören zu den geologisch anspruchsvollen Baugrundsituationen. Durch natürliche Auslaugungsprozesse entstehen dabei Hohlräume im Untergrund, die bei der Planung von Ingenieurbauwerken berücksichtigt werden müssen. Im Bereich der Einetalbrücke wurde die Baugrundverbesserung zwischen den späteren Gründungspfählen und den erkundeten Hohlräumen angeordnet. Ziel war die Schaffung eines tragfähigen Übergangs zwischen Brückengründung und Baugrund.
DSV-Tragplatte unter den Fundamenten
Zur Baugrundverbesserung entstand eine rund 16,5 × 18 m große und etwa 2 m starke DSV-Tragplatte. Die Platte wurde im Düsenstrahlverfahren hergestellt und zwischen den vorgesehenen Gründungselementen und den tiefer liegenden Karsthohlräumen angeordnet. Sie bildet einen zusammenhängenden Baugrundkörper, der als Grundlage für die Lastabtragung der späteren Brückengründung dient. Gleichzeitig entstand eine zusätzliche Trennung zwischen den Fundamenten und den unterirdischen Hohlräumen im Karstbereich.
Düsenstrahlverfahren im Baugrund
Beim Düsenstrahlverfahren wird der vorhandene Boden mit einer Zementsuspension vermischt und zu einem neuen Baugrundkörper umgeformt. Auf diese Weise entstand unterhalb der späteren Brücke eine großflächige DSV-Struktur. Die DSV-Tragplatte wurde auf die geologischen Randbedingungen des Standorts sowie auf die Anforderungen der späteren Brückengründung abgestimmt. Sie bildet die Grundlage für die Lastverteilung zwischen den Gründungspfählen und dem darunterliegenden Baugrund.
Kontrollen während der Herstellung
Die Herstellung der DSV-Struktur wurde durch projektbezogene Kontroll- und Überwachungsmaßnahmen begleitet. Dazu gehörten die Erfassung der Herstellparameter, die Entnahme von Proben sowie Kontrollbohrungen innerhalb des Baugrundkörpers. Die gewonnenen Ergebnisse dienten der Dokumentation und Bewertung der ausgeführten Baugrundverbesserung.
Grundlage für die neue Einetalbrücke
Noch bevor Widerlager, Pfeiler und Überbau der Brücke sichtbar werden, entstand die Grundlage für die spätere Gründung tief unter der Geländeoberfläche. Mit der Herstellung des DSV-Unterfangungskörpers wurden die Voraussetzungen für die weiteren Bauabschnitte des Brückenneubaus geschaffen. Die Baugrundverbesserung bildet damit einen wesentlichen Bestandteil der Gründung der neuen Einetalbrücke.