Mainflingen
Ersatzneubau der Mainbrücke
Mainhausen, Deutschland / 2022
Für den Ersatzneubau der Mainbrücke Mainflingen auf der BAB 45 untersuchte PORR Spezialtiefbau die Tragfähigkeit und das Setzungsverhalten der geplanten Pfeilergründung. Im Auftrag der Autobahn GmbH, Niederlassung Nordbayern, stellte die Niederlassung Düsseldorf Reaktions- und Probepfähle für zwei statische Probebelastungen her. Die Arbeiten umfassten Großbohrpfähle mit einem Durchmesser von 1.200 mm, Pfahllängen von bis zu 50 m sowie Prüflasten von bis zu 25 MN. Die technische Bearbeitung und Planung erfolgten im Austausch mit PORR Spezialtiefbau Planung und der unternehmenseigenen Messtechnik.
Facts & Figures
Unternehmen
PORR Spezialtiefbau GmbH
Projektart
Gründung, Messtechnik
Bauzeit
2022
Tiefgründung für die Mainbrücke Mainflingen
Die Mainbrücke Mainflingen verbindet auf der BAB 45 die Bereiche Mainhausen in Hessen und Kleinostheim in Bayern. An dieser Stelle bildet der Main zugleich die Landesgrenze. Das bestehende Brückenbauwerk soll durch eine neue Stahlverbundkonstruktion mit Zügelgurttragwerk ersetzt werden. Für die Pfeilergründung waren die geologischen Verhältnisse und die Lage im Überschwemmungsgebiet des Mains zu berücksichtigen. Die Baugrunduntersuchungen zeigten unterschiedliche Bodenschichten: Auf quartäre Hochflutlehme und Ablagerungen der Mainterrasse folgen tertiäre Tone und Sande. Tragfähige Sandschichten wurden in Tiefen von etwa 25 bis 50 m festgestellt. Für die geplante Tiefgründung der Brückenpfeiler sind deshalb rund 50 m lange Großbohrpfähle vorgesehen, die bis auf die tiefer liegenden Felsgesteine reichen.
Großbohrpfähle für statische Probebelastungen
Zur Untersuchung von Tragfähigkeit und Setzungsverhalten stellte PORR Spezialtiefbau verrohrte und suspensionsgestützte Reaktions- und Probepfähle her. Die Pfähle hatten einen Durchmesser von 1.200 mm und Längen von bis zu 50 m. Anschließend wurden zwei statische Probebelastungen mit Prüflasten von bis zu 25 MN durchgeführt. Eine rund 26 m mächtige Tonschicht mit eingelagerten Holz- und Kohleresten erforderte eine fortlaufende Kontrolle der verwendeten Bentonitsuspension. Im Baustellenlabor wurde deren Zusammensetzung an die angetroffenen geologischen Bedingungen angepasst. Nach der Herstellung und Aushärtung wurden die Probepfähle durch die PORR Messtechnik schrittweise bis zur vorgesehenen Prüflast beziehungsweise bis zur Bruchlast belastet. Die dabei erfassten Messwerte lieferten Grundlagen für die weitere Planung der Pfeilertiefgründung.
Planung, Pfahlherstellung und Messtechnik
Das Projekt bündelte mehrere Leistungen des Spezialtiefbaus: von der technischen Bearbeitung und Ausführungsplanung über die Herstellung der Großbohrpfähle und die Kontrolle der Bentonitsuspension bis zur Durchführung und messtechnischen Begleitung der statischen Probebelastungen. Die gewonnenen Ergebnisse dienten der Bewertung des Trag- und Setzungsverhaltens der vorgesehenen Brückengründung und damit als technische Grundlage für die weitere Planung des Ersatzneubaus der Mainbrücke Mainflingen.