Herrengosserstedt
Finnetunnel
Herrengosserstedt, Deutschland / 12.2006 - 12.2012
Der Finnetunnel ist Teil der Neubaustrecke Erfurt–Leipzig/Halle im Projekt VDE 8. Die ARGE aus PORR Tunnelbau GmbH und PORR GmbH & Co. KGaA realisierte den Bau des zweiröhrigen Eisenbahntunnels im Auftrag der DB Netz AG. Mit einer Länge von 6,83 km zählt der Finnetunnel zu den zentralen Tunnelbauwerken der Strecke.
Facts & Figures
Unternehmen
PORR Tunnelbau GmbH und PORR GmbH & Co. KGaA in Arbeitsgemeinschaft
Projektart
Tunnelbau
Bauzeit
12.2006 - 12.2012
Zweiröhriger Eisenbahntunnel für die Neubaustrecke Erfurt–Leipzig/Halle
Zweiröhriger Tunnel für den Hochgeschwindigkeitsverkehr
Der Finnetunnel besteht aus zwei parallel geführten, eingleisigen Tunnelröhren mit einer Gesamtlänge von 6.822 m. Die Bauarbeiten erfolgten abschnittsweise zwischen 2006 und 2012. Seit Ende 2012 ist der Tunnel Bestandteil der Neubaustrecke und für Geschwindigkeiten von bis zu 300 km/h ausgelegt.
Schildvortrieb mit Stahlbetontübbingen
Die beiden Tunnelröhren wurden im Schildvortrieb hergestellt. In Teilbereichen erfolgte der Vortrieb mit flüssigkeitsgestützter Ortsbrust. Die Tunnelbauwerke wurden mit einem einschaligen Ausbau aus Stahlbetontübbingen hergestellt. Die Tübbingringe besitzen einen Außendurchmesser von 10,82 m. Insgesamt wurden je Tunnelröhre rund 1.547 m unter flüssigkeitsgestützter Ortsbrust bei Wasserdruckverhältnissen von bis zu 6 bar aufgefahren.
Start- und Zielbaugruben
Für die Herstellung des Tunnels wurden umfangreiche Start- und Zielbaugruben errichtet. Sie dienten dem Einbringen und Bergen der Vortriebsanlagen sowie der Anbindung an die anschließenden Streckenbauwerke.
Grundwasserhaltung auf 4,45 km
Zur Sicherung der Bauarbeiten wurde eine Grundwasserabsenkung eingerichtet. Hierfür kamen insgesamt 178 Bohrbrunnen entlang einer Strecke von rund 4,45 km zum Einsatz. Die Maßnahmen begleiteten die Bauarbeiten während der Herstellung der Tunnelröhren.
Querschläge und Vereisungsverfahren
Zwischen den beiden Tunnelröhren wurden 16 Querschläge hergestellt. Zwei dieser Querschläge entstanden unter Anwendung eines Bodenvereisungsverfahrens. Die Querschläge dienen der Verbindung der beiden Tunnelröhren und sind Bestandteil der Tunnelinfrastruktur.
Portale und offene Bauweise
Zum Leistungsumfang gehörten außerdem die Tunnelportale, Abschnitte in offener Bauweise sowie begleitende Erdbaumaßnahmen. Ergänzend wurden Geländemodellierungen und weitere infrastrukturelle Anpassungen im Umfeld des Tunnels ausgeführt.
Bestandteil der Neubaustrecke Erfurt–Leipzig/Halle
Mit dem Bau des Finnetunnels wurde ein Abschnitt der Neubaustrecke Erfurt–Leipzig/Halle realisiert. Das Bauwerk ist Teil der Eisenbahninfrastruktur des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nr. 8 und verbindet die Streckenabschnitte im Bereich Herrengosserstedt.