Wewelsfleth / Wischhafen
SuedLink Elbquerung ElbX
Wewelsfleth / Wischhafen, Deutschland / 08.2023 - 12.2027
Die Windstromleitung SuedLink ist eine geplante Gleichstromverbindung zwischen Nord- und Süddeutschland. Nach Angaben des Vorhabenträgers soll sie Strom aus erneuerbaren Energiequellen von Norddeutschland in die Verbrauchszentren im Süden transportieren. Im Rahmen des Projekts ist auch die Unterquerung der Elbe vorgesehen. TenneT Germany beauftragte PORR mit der Herstellung eines 5,2 km langen Tunnels zwischen Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Durch den Tunnel sollen künftig HGÜ-Leitungen geführt werden. In rund 40 m Tiefe entsteht das Bauwerk im maschinellen Vortrieb mit Tübbingausbau. An der Umsetzung sind verschiedene PORR Fachbereiche beteiligt, darunter Tunnelbau, Ingenieurbau, Spezialtiefbau sowie die BIM-Gesamtkoordination durch die pde Integrale Planung.
Facts & Figures
Unternehmen
PORR GmbH & Co. KGaA, PORR Spezialtiefbau GmbH, pde Integrale Planung GmbH
Projektart
Alles aus einer Hand, Tunnelbau, Ver-und Entsorgung, Schlüsselfertige Baugruben
Bauzeit
08.2023 - 12.2027
Ein Tunnel 20 m unter der Elbe
Mit dem symbolischen Spatenstich im September 2023 in Wewelsfleth begann offiziell der Bau der Elbquerung ElbX. Unmittelbar nach dem Auftakt starteten die bauvorbereitenden Maßnahmen, unter anderem die Herstellung der Flächenbefestigungen, bevor die Spezialtiefbau‑Teams mit der Errichtung der Startbaugrube begannen. Im Anschluss dazu liefen auch auf der niedersächsischen Seite in Wischhafen die Vorbereitungen für die Zielbaugrube an.
Herausfordernde Schlitzwandarbeiten im Winter
Während der Schlitzwandarbeiten wurde kurz vor Weihnachten ein in rund 27 m Tiefe liegender Granit-Gneis-Findling geborgen. Bis Anfang 2024 entstanden 44 Schlitzwände für die Startbaugrube, den Schlitzwandkasten und das Muffenbauwerk. Ergänzend wurden 549 Verdrängungspfähle zur Stabilisierung der vorgesehenen Kabellagerflächen hergestellt.
Beginn des Aushubs und Herstellung der Unterwasserbetonsohle der Startbaugrube
Im Frühjahr 2024 erreichten die Arbeiten eine neue Phase: Nachdem die Schlitzwände abgeschlossen waren, wurde im April die erste Steifenlage eingebaut. Kurz darauf begann der Nassaushub von rund 25.000 m³ Marschboden. Da keine Druckleitung zur Wasserstandsregulierung verlegt werden durfte, musste das für die Auftriebssicherung erforderliche Prozesswasser auf anderem Weg bereitgestellt werden. Die Aushubsohle und die Schlitzwandwandungen wurden während der Arbeiten engmaschig kontrolliert. Industrietaucher entfernten Schlamm und Suspensionsreste und bereiteten die Herstellung der Unterwasserbetonsohle vor, deren Einbau im Juni 2024 begann.
Werksabnahme der Tunnelbohrmaschine
Währenddessen liefen die Vorbereitungen für einen der größten Meilensteine des Projekts: die Fertigung der Tunnelbohrmaschine. Im Juli 2024 fand im Werk Schwanau die Werksabnahme der 700 t schweren Tunnelbohrmaschine statt. Das Mixschild wurde für die im Projekt erwarteten Bodenverhältnisse ausgelegt. Dazu zählen Ton, Klei, Torf, Sand, Kies sowie Steine und Findlinge. Nach der Abnahme wurde die Maschine demontiert, nach Wewelsfleth transportiert und in der Startbaugrube montiert.
Errichtung der Schachtgebäude beidseits der Elbe
Parallel zum Tunnelvortrieb entstanden die Schachtbauwerke auf beiden Seiten der Elbe. Die Schächte dienen später der Anbindung der sechs 525-kV-Gleichstromkabel an den Tunnel und die Muffengebäude. Ergänzend werden oberirdische Betriebsgebäude errichtet.
Start des Tunnelvortriebs Anfang 2025
Im Februar 2025 begann der maschinelle Tunnelvortrieb. Die auf den Namen „Elsa“ getaufte Tunnelbohrmaschine erreichte im Dezember 2025 die Hälfte der vorgesehenen Tunnelstrecke. In den Abschnitten unter dem Flussbett durchfuhr sie unter anderem Lauenburger Ton. Unterhalb der Schifffahrtsrinne waren Druckluftarbeiten mit bis zu 4,8 bar erforderlich. Dadurch waren die Einsatzzeiten am Schneidrad auf rund 50 Minuten je Schicht begrenzt. Im Juni 2026 erfolgte der Durchschlag.
Fortschritte an den Schachtbauwerken
Während der Vortriebsarbeiten erzielten auch die Schachtbauwerke Fortschritte: In Schleswig‑Holstein entstand das zweite Untergeschoss, in Niedersachsen wurde am fünften Untergeschoss gearbeitet. Mit der Fertigstellung der Zielbaugrube im Jahr 2025 war die Voraussetzung geschaffen, dass die TBM Elsa Mitte 2026 am Zielschacht durchbrechen konnte.
Voraussetzung für die Elbquerung des SuedLink
Der Tunnel ElbX schafft die bauliche Voraussetzung dafür, die geplanten Gleichstromkabel des SuedLink zwischen Schleswig-Holstein und Niedersachsen unter der Elbe zu führen. Mit dem Tunnelvortrieb, den Schacht- und Muffenbauwerken sowie den späteren Betriebsgebäuden entsteht schrittweise die dafür erforderliche Infrastruktur. ElbX ist Teil des nördlichen SuedLink-Abschnitts, der in der Verantwortung von TenneT Germany liegt. An der Umsetzung wirken verschiedene PORR Fachbereiche aus Tunnelbau, Spezialtiefbau, Ingenieurbau und Planung zusammen.
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Weitere Informationen
SuedLink Elbquerung ElbX
- Leistungen des PORR Spezialtiefbau
- Zwei rund 25 Meter tiefe Baugruben, Schlitzwände, Verdrängungspfähle, Unterwasserbetonsohle, Probebelastungen sowie Mikropfähle.
- Leistungen des PORR Tunnelbau
- Herstellung eines rund 5,2 Kilometer langen Tunnels unter der Elbe.
- Leistungen des PORR Ingenieurbau
- Errichtung der Schachtgebäude.