Strullendorf
Einkammer-Sparschleuse
Strullendorf, Deutschland / 2024
Am Main-Donau-Kanal, wenige Kilometer südlich von Bamberg, liegt die Schleuse Strullendorf. Die 1968 in Betrieb genommene Anlage zählt zu den älteren Schleusenbauwerken des Kanals und verbindet über ihre Schleusenkammer unterschiedliche Wasserstände entlang der Wasserstraße. Im Rahmen einer Bauwerksprüfung wurden Korrosionserscheinungen an der Bewehrung der östlichen Kammerwand festgestellt. Zur Verstärkung des Bauwerks erhielt der PORR Spezialtiefbau im Auftrag der RÖDL BAU.GRUPPE den Auftrag zur Herstellung von Dauerankern im Bereich des Wandkopfs.
Facts & Figures
Unternehmen
PORR Spezailtiefbau GmbH
Projektart
Sanierung
Bauzeit
2024
Daueranker verstärken die Schleusenkammer am Main-Donau-Kanal
Verstärkung einer Schleusenanlage
Die Schleuse Strullendorf ist als Einkammer-Sparschleuse mit angeschlossenen Sparbecken ausgeführt. Sie verfügt über eine Kammernutzlänge von 190 m, eine Nutzbreite von 12 m sowie eine Hubhöhe von 7,4 m bei einer Gesamthöhe von 12,61 m. Im Zuge der Instandsetzungsarbeiten wurden 40 Dauer-Einstabanker hergestellt. Die Anker erreichen jeweils eine Länge von 21,40 m und dienen der zusätzlichen Tragwerksverstärkung der östlichen Kammerwand. Noch bevor die eigentlichen Instandsetzungsmaßnahmen an der Schleuse ausgeführt werden konnten, entstanden damit die Voraussetzungen für die weiteren Arbeiten am Bauwerk.
Verpressanker für den Wandkopf
Die Verstärkungsmaßnahmen konzentrierten sich auf den oberen Bereich der Kammerwand. Hier wurden die Daueranker eingebaut und dauerhaft mit dem Bauwerk verbunden. Die Anker übertragen Kräfte innerhalb der Konstruktion und ergänzen die bestehenden Tragglieder der Schleusenwand. Sie bilden damit einen Bestandteil der konstruktiven Verstärkung des Bauwerks. Die Arbeiten erfolgten während einer planmäßigen Sperrung der Schleuse für den Schiffsverkehr.
Arbeitsebene über der Schleusenkammer
Eine besondere Aufgabe bestand darin, die Bohrgeräte auf der Schleusenwand zu positionieren. Hierfür wurde eine temporäre Arbeitsebene entwickelt, ohne die Schleusenkammer zu verfüllen oder schwimmende Arbeitsplattformen einzusetzen. Die Konstruktion bestand aus Betonfertigteilelementen sowie einer Kombination aus Stahlträgern und Stahlplatten. Sie wurde speziell für die Arbeiten an der Schleusenkammer ausgelegt und ermöglichte die Herstellung der Anker entlang des Wandkopfs. So entstand eine Arbeitsplattform unmittelbar am Bauwerk, die auf die räumlichen Randbedingungen der Schleuse abgestimmt war.
Arbeiten zwischen Wasserstraße und Schleusenbetrieb
Die Arbeiten erfolgten innerhalb einer bestehenden Wasserverkehrsanlage. Die einzelnen Bauabschnitte wurden auf den Ablauf der Instandsetzungsmaßnahme sowie die zeitlich begrenzte Sperrung der Schleuse abgestimmt. Für die temporäre Arbeitsebene wurde eine projektspezifische Gefährdungsbeurteilung erstellt. Die Ausführung erfolgte auf Grundlage dieser Planung sowie der baustellenspezifischen Randbedingungen. Schritt für Schritt entstand so die Verstärkung eines Bauwerks, das seit Jahrzehnten Teil des Main-Donau-Kanals ist.
Grundlage für die weiteren Instandsetzungsarbeiten
Noch bevor die Schleuse wieder für den Schiffsverkehr genutzt wird, entstehen mit den Dauerankern zusätzliche tragende Elemente innerhalb der Konstruktion. Mit der Herstellung der 40 Einstabanker wurde die Grundlage für die weiteren Instandsetzungsmaßnahmen an der östlichen Kammerwand geschaffen. Damit wird ein weiterer Abschnitt der technischen Infrastruktur des Main-Donau-Kanals instand gesetzt.