Bodenvereisung
Lexikon: Bodenvereisung
BodenvereisungTemporäre Stabilisierung und Abdichtung des Baugrunds
Die Bodenvereisung ist ein Verfahren zur temporären Stabilisierung und Abdichtung des Baugrunds. Sie kommt insbesondere bei Projekten zum Einsatz, bei denen Bohrungen von der Oberfläche aus aufgrund räumlicher oder technischer Randbedingungen nur eingeschränkt möglich sind. Das Verfahren wird häufig im unterirdischen Bauen und Tunnelbau eingesetzt. Je nach Projektanforderung können damit Baugrundbereiche für die Dauer der Arbeiten stabilisiert und gegenüber Wasserzutritten abgeschirmt werden.
Die Ausführung erfolgt unter Berücksichtigung der jeweiligen geologischen, technischen und projektbezogenen Rahmenbedingungen.
Technische Broschüre
Anwendungen
Die Bodenvereisung wird insbesondere eingesetzt bei:
- Temporärer Abdichtung und/oder Stützung bei der Herstellung von Tunneln, vor allem Tunnelquerschlägen und Anschlüssen
- Herstellung und/oder Abdichtung von Schächten und Baugruben
- Sicherung von Bestandsgebäuden (Unterfangung)
- Bodenbehandlung vor ungestörter Probeentnahme, z. B. Kernbohrung

Gruppeneinteilung und Anschluss der Gefrierköpfe an die Haupt-Soleleitung.
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Vorteile / Merkmale
- Geschlossenes Sole-System: Bodenvereisung mit Sole im geschlossenen Kreislauf
- Herstellung: minimalinvasives Verfahren mit geringen Erschütterungen
- Verfahren: langjährig eingesetztes Verfahren mit projektspezifischem Monitoring
- Grundwasser: keine Grundwasserabsenkung erforderlich
- Platzbedarf: geringer Flächenbedarf für die Ausführung
- Bauablauf: oberirdische Nutzungen können projektabhängig aufrechterhalten werden
- Anwendungsbereich: Einsatz auch bei besonderen technischen Randbedingungen, beispielsweise im Tunnelbau
- Qualitätssicherung: Ausführung unter Anwendung definierter Qualitäts- und Überwachungsmaßnahmen
Grundlagen
Qualitätssicherung
Eine hohe Ausführungsqualität stellen wir sicher durch:
- Individuell abgestimmte Verfahrensanweisungen
- Kontrolle der Bohrgenauigkeit, z.B. durch optisch messendes Deflektometer
- Überwachung der Temperaturverläufe in eingebrachten Temperaturmesslanzen
- Kontrolle von Parametern des Solekreislaufes (z.B. Systemdrücke, Durchflussmengen, Temperaturen)
- Klare Prozesse über unser Qualitätsmanagementsystem nach DIN EN ISO 9001:2015
Ausführungsvarianten
Es können zwei unterschiedliche Vereisungsverfahren und Kälteträger eingesetzt werden:
Solevereisung
- Kälteträger ist eine CaCl-Salzlösung
- Arbeitstemperatur bis -37 Grad C
- Sole zirkuliert in geschlossenem Kreislauf und wird durch ein Gefrieraggregat aufbereitet
- Hohe Wirtschaftlichkeit, wodurch das Soleverfahren für längere Einsätze gut geeignet ist
Stickstoffvereisung
- Bodenvereisung mit flüssigem Stickstoff
- Arbeitstemperatur bis -196 Grad C
- Schnelles Aufgefrieren des Soll-Vereisungskörpers möglich
- Auch bei schnelleren Wasserströmungen im Grundwasser einsetzbar
- Besonders für kurzzeitige Spezialfälle geeignet, auch in Kombination mit Sole-Vereisung

