VerpressankerVerankerungssysteme für Baugruben, Hangsicherungen und Ingenieurbauwerke
Verpressanker werden als Verankerungselemente eingesetzt, um Baugruben, Geländesprünge, Verkehrswege und Ingenieurbauwerke zu sichern. Die zulässigen Ankerkräfte sowie die Länge der Tragglieder werden entsprechend den geologischen und projektspezifischen Randbedingungen bemessen. Unterschiedliche Ankersysteme und Bohrverfahren ermöglichen eine Anpassung an verschiedene Baugrund- und Baustellensituationen.
Lexikon: Verpressanker
Verpressanker nach DIN EN 1537Verankerungssysteme für Baugruben, Geländesprünge und Ingenieurbauwerke
Verpressanker werden als Verankerungselemente, in der Regel als vorgespannte Anker, eingesetzt, um Baugruben, Geländesprünge oder Verkehrswege zu sichern.
Für die Herstellung der Bohrungen stehen unterschiedliche Bohrverfahren zur Verfügung. Die verschiedenen Ausführungsvarianten ermöglichen eine Anpassung an unterschiedliche Baugrund- und Baustellenbedingungen. Die Auswahl des Ankersystems und der Ausführung erfolgt entsprechend den technischen und projektspezifischen Anforderungen.
Mit eigenen Bohrgeräten können Bohrungen auch bei begrenzter Arbeitshöhe, eingeschränkten Platzverhältnissen oder besonderen Baustellenbedingungen ausgeführt werden.
Technische Broschüre
Anwendungen
Verpressanker dienen der Rückverankerung von Baugrubenwänden wie Schlitzwänden oder Bohrpfahlwänden. Auch Unterfangungskörper können mit Hilfe einer Rückverankerung durch Verpressanker gesichert werden. Ist eine Rückverankerung aus bestimmten Gründen nicht möglich, sind alternativ Aussteifungen möglich.
Verpressanker werden häufig eingesetzt für:
- Baugrubensicherungen
- Böschungssicherungen
- Auftriebssicherungen
- Talsperren-Sanierungen
- Seilabspannungen

Eigene Produktion in Deutschland: PORR Spezialtiefbau verfügt über eigene allgemeine Bauartgenehmigungen für Litzenanker in Boden und Fels. Die Verpressanker werden zentral in unserer Fertigungshalle in Colbitz zusammengesetzt.
© PORR
Vorteile / Merkmale
Durch unterschiedliche Ankersysteme und Ausführungsvarianten können Verpressanker an verschiedene Baugrund- und Projektanforderungen angepasst werden. Die Auswahl des Ankersystems erfolgt entsprechend den geologischen, technischen und baustellenspezifischen Randbedingungen.
- Anpassungsfähigkeit: Anpassung an unterschiedliche Baugrund- und Baustellenbedingungen möglich.
- Baugrubenkonzept: Verpressanker können ohne zusätzliche Aussteifungselemente innerhalb der Baugrube eingesetzt werden.
- Ankerkräfte: Die zulässigen Ankerkräfte werden projektbezogen auf Grundlage der geologischen und technischen Randbedingungen bemessen.
- Herstellung: Geräuscharme Ausführung mit geringen Erschütterungen möglich.
- Ausführungsvarianten: Ausführung als rückbaubare Anker möglich.
- Einsatzbedingungen: Anwendung auch bei begrenzter Arbeitshöhe und eingeschränkten Platzverhältnissen.
- Bauartgenehmigungen: Für Verpressanker liegen allgemeine Bauartgenehmigungen des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) vor.
- Qualitätssicherung: Ausführung unter Anwendung definierter Qualitäts- und Überwachungsmaßnahmen.
- Bohrverfahren: Je nach Baugrund und Projektanforderung können unterschiedliche Bohrverfahren eingesetzt werden.
- Kampfmittelverdacht: Einsatz auch bei Bauvorhaben ohne bestätigte Kampfmittelfreiheit möglich; entsprechende Erlaubnis nach § 7 Sprengstoffgesetz liegt vor.
- Produktion: Fertigung der Verpressanker in eigenen Produktionsstätten in Deutschland.
Grundlagen
Qualitätssicherung
Die Ausführung von Verpressankern erfolgt unter Berücksichtigung der geltenden Normen, technischen Regelwerke sowie projektbezogenen Anforderungen.
Grundlagen der Ausführung:
- Projektbezogene Verfahrensanweisungen
- Allgemeine Bauartgenehmigungen des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) für Verpressanker
- Anforderungen gemäß DIN EN 1537
- Herstellung von Verpressankern in Deutschland
- Eigen- und Fremdüberwachung der Produktion
- Qualitätsmanagementsystem nach DIN EN ISO 9001:2015
- Eignungs- und Abnahmeprüfungen gemäß DIN EN 1537
Ausführungsvarianten
Verpressanker werden als Litzenanker oder Stabanker ausgeführt. Je nach Nutzungsdauer, Korrosionsschutz, Lastanforderung und Baugrundbedingungen stehen unterschiedliche Ausführungsvarianten zur Verfügung.
- Temporäranker / Kurzzeitanker
Nutzungsdauer bis zu zwei Jahren
Kurzzeitanker mit einer nach DIN EN 1537 vorgesehenen Nutzungsdauer von bis zu zwei Jahren werden unter anderem für Baugruben eingesetzt. Der Korrosionsschutz ist in der Norm geregelt. Für Kurzzeitanker kommen sowohl Einstabanker als auch Litzenanker zum Einsatz.
Verlängerte Einsatzdauer
Wird die vorgesehene Nutzungsdauer überschritten, sind projektspezifische Maßnahmen festzulegen. Dies kann beispielsweise Anpassungen des Korrosionsschutzes am Ankerkopf oder den Einsatz geeigneter Litzenausführungen umfassen.
- Daueranker
Verankerungssysteme für langfristige Anwendungen
Daueranker werden unter anderem für Böschungen, Geländesprünge und andere dauerhafte Verankerungsaufgaben eingesetzt.
Dabei werden Anforderungen an Korrosionsschutz, Transport, Einbau und Dauerhaftigkeit des Tragglieds berücksichtigt. Die Ausführung erfolgt entsprechend den geltenden Normen sowie den projektbezogenen Vorgaben.
Ankerkräfte
Daueranker können für charakteristische Ankerkräfte bis 7.500 kN ausgelegt werden. Die Herstellung erfolgt auf Grundlage definierter Produktions-, Prüf- und Überwachungsprozesse.
- Spülbohrverfahren
Bohrverfahren für unterschiedliche Baugrundbedingungen
Beim Spülbohrverfahren erfolgt die Förderung des Bohrguts über eine Außenspülung. Die Ausführung wird an die jeweiligen Baugrund- und Projektanforderungen angepasst.
Kompakte Geräte und unterschiedliche Baustelleneinrichtungen ermöglichen den Einsatz bei verschiedenen Projektgrößen und Randbedingungen.
- Drucksensibles Bohren
Bohren bei Kampfmittelverdacht
In Bereichen ohne bestätigte Kampfmittelfreiheit kann drucksensibles Bohren eingesetzt werden.
Die Arbeiten erfolgen in Begleitung entsprechend qualifizierter Sachverständiger nach den geltenden gesetzlichen Vorgaben. Für diese Leistungen verfügt die PORR Spezialtiefbau über die erforderlichen Genehmigungen gemäß Sprengstoffgesetz.
- Staffelanker
Verankerungssysteme in gering tragfähigen Böden
Staffelanker können bei Baugrundverhältnissen mit begrenzter Kraftübertragung eingesetzt werden.
Prinzip des Staffelankers
Bei Staffelankern werden die Krafteintragungslängen einzelner Litzen in unterschiedlichen Tiefen angeordnet und in einem gemeinsamen Ankerkopf zusammengeführt.
Durch die Verteilung der Krafteintragung auf verschiedene Tiefen können unterschiedliche Bodenschichten in die Lastabtragung einbezogen werden.
- Rückbaubare Anker
Systeme für geplante Rückbaumaßnahmen
Bei Bauvorhaben in innerstädtischen Bereichen oder in der Nähe bestehender Infrastruktur können Anforderungen an den teilweisen oder vollständigen Rückbau von Verpressankern bestehen.
Für diese Anwendungsfälle stehen unterschiedliche Rückbausysteme zur Verfügung. Die Auswahl erfolgt auf Grundlage der Baugrundverhältnisse, der Ankerlängen und der Projektanforderungen.
- Bohransatzpunkte unterhalb des Grundwasserspiegels
Verpressanker unter besonderen Randbedingungen
Bei hohem Grundwasserstand oder tiefen Baugruben können Verpressanker mit Ansatzpunkten unterhalb des Grundwasserspiegels erforderlich sein.
Planung und Herstellung erfolgen unter Berücksichtigung der geotechnischen, hydrogeologischen und projektspezifischen Anforderungen. Hierfür können bereits bei der Herstellung der Baugrubenumschließung vorbereitende Maßnahmen erforderlich sein.
