Trägerbohlwand

Die Trägerbohlwand ist ein Verbausystem für Baugruben oberhalb des Grundwassers und wird insbesondere bei geringen Anforderungen an das Verformungsverhalten eingesetzt.

Trägerbohlwand für trockene Baugruben

Trägerbohlwand
Verbausystem für Baugruben oberhalb des Grundwassers

Die Trägerbohlwand ist ein Verbausystem für senkrechte Baugruben oberhalb des Grundwassers. Sie wird in unterschiedlichen Ausführungsvarianten hergestellt und insbesondere bei geringen Anforderungen an das Verformungsverhalten eingesetzt.

Zu den Anwendungsbereichen gehören:

  • Baugruben oberhalb des Grundwasserspiegels
  • Steckträgerverbau oberhalb von Bohrpfahl- oder Schlitzwänden
  • Sicherung von Geländesprüngen
  • Baugruben mit Grundwasserabsenkung

Technische Broschüre
Baugruben

Vorteile / Merkmale
der Trägerbohlwand

  • Anpassungsfähigkeit: Anpassung an unterschiedliche örtliche Gegebenheiten; Aussparungen für Leitungen können projektabhängig berücksichtigt werden.
  • Herstellung: Geräuscharme Ausführung mit geringen Erschütterungen möglich.
  • Bestandsbau: Herstellung auch in unmittelbarer Nähe bestehender Gebäude möglich.
  • Bauablauf: Neubauten können projektabhängig direkt an den Verbau anschließen.
  • Wiederverwendbarkeit: Verbauträger und Teile der Ausfachung können projektabhängig rückgebaut, aufbereitet und erneut eingesetzt werden.

Grundlagen zur Trägerbohlwand

Die Bemessung der Trägerbohlwände erfolgen nach DIN EN 1997-1 und DIN 1054 sowie den Empfehlungen des Arbeitskreises „Baugruben“ (EAB).

In einem ersten Schritt werden die Stahlträger einvibriert (eingerüttelt) bzw. in vorgebohrte Löcher eingestellt und am Fuß ausbetoniert. Diese bestehen aus senkrechten Stahlträgern (z.B. HEB-Träger, IPB-Träger oder Doppel U-Profilen) im Abstand von rund 1 bis 3 m. Durch den Betonverguß am Fuß werden die Steifigkeit der Verbaus erhöht und damit Verformungen reduziert.

In einem zweiten Schritt erfolgt der schrittweise Aushub des Bodens und die Ausfachung des freigelegten anstehenden Bodens zwischen den Stahlprofilträgern mit Holz (Bohlen oder Kanthölzer). Darüber hinaus ist eine Ausfachung aus Spritzbeton möglich.

Rückverankerte Trägerbohlwand

Bei größeren Aushubtiefen wird der Berliner Verbau rückverankert. Die Herstellung der Anker kann sowohl im Boden verbleibend als auch ausbaubar, teilweise oder vollständig, für die rückverankerte Trägerbohlwand erfolgen. Als führender Anbieter von Verpressankern bietet unser Unternehmen unterschiedliche Ankersysteme aus einer Hand und damit immer die für das  Bauprojekt des Auftraggebers technisch und wirtschaftlich optimale Lösung. Durch den Einsatz von Ankern, Gurtungen oder Aussteifungen werden die Verbauträger bei großen Tiefen wirtschaftlich dimensioniert. Bei besonders tiefen Baugruben wird die Trägerbohlwand mit mehreren Ankerlagen gesichert.

Bei hohen Verkehrslasten werden Teilbereiche als Bohrpfahlwand ausgebildet. Auch die Bohrpfahlwand kann rückverankert werden.

Ausführungsvarianten
beim Trägerbohlverbau

Der Berliner Verbau wird am häufigsten ausgeführt. Die Holzbohlen werden dem Aushub folgend zwischen den IPB-Trägern eingebracht und mit Holzkeilen fixiert. Bei größeren Aushubtiefen wird zur Abstützung eine horizontale Gurtung aus U-Profilen vor den Verbauträgern angeordnet und mit Verpressankern gesichert.

Beim Hamburger Verbau werden die Holzbohlen vor den Verbauträgern angeordnet und mit Hakenblechen an den Verbauträgern befestigt. Diese Variante wird nur noch selten ausgeführt.

Beim Essener Verbau werden zwei parallel nebeneinander stehende U-Profile, die mit Laschen verbunden sind, als Verbauträger genutzt. Die Ausfachung erfolgt wie beim Berliner Verbau. Bei der Rückverankerung werden die Verpressanker zwischen die U-Profile gebohrt, so dass auf eine Gurtung verzichtet werden kann. Das spart Platz in der Baugrube, die dem Hochbau zur Verfügung steht.

Qualitätssicherung

Eine hohe Ausführungsqualität stellen wir sicher durch:

  • Individuell abgestimmte Verfahrensanweisungen
  • Einhaltung der Anforderungen aus der DIN EN 1997-1
  • Inklinometer-Messungen zur Überprüfung von Verformungen
  • Klare Prozesse über unser Qualitätsmanagementsystem nach DIN EN 9001:2015