Zur Übersicht
Bürogebäude

Berlin
Sellerstraße 17

Berlin, Deutschland / 11.2021 - 12.2024

Im Berliner Bezirk Mitte, nahe der Europacity und dem Regierungsviertel, wurde mit dem Projekt Sellerstraße 17 ein zukunftsweisendes Beispiel für nachhaltiges und modernes Bauen realisiert. Die PORR Hochbau Region Ost realisierte das ambitionierte Bürogebäude als Generalunternehmerin in Zusammenarbeit mit UBM Development als Service-Developer. Als Generalunternehmer Baugrube verantwortete der PORR Spezialtiefbau in Arbeitsgemeinschaft mit Ludwig Freytag die Planung, Ausführung und Gesamtkoordination der Trogbaugrube. Damit lieferte die PORR dem Auftraggeber ein durchgängiges Leistungspaket aus einer Hand, das maximale Sicherheit und Terminzuverlässigkeit bot.

Facts & Figures


Unternehmen

PORR GmbH & Co. KGaA, PORR Spezialtiefbau GmbH

Projektart

Bürogebäude, Schlüsselfertige Baugruben, Alles aus einer Hand

Bauzeit

11.2021 - 12.2024

Auftraggeber
Sellerstraße 17 GmbH & Co. KG

Zentrales Büro am Wasser

Auf einem rund 6.500 m2 großen Grundstück entstand ein Gebäudekomplex mit etwa 35.200 m2 Bruttogeschossfläche. Der Baukörper gliedert sich in ein viergeschossiges Sockelgebäude sowie zwei aufgesetzte Türme mit drei bzw. sieben weiteren Vollgeschossen. Städtebaulich fügt sich das Gebäude harmonisch in sein Umfeld ein und schließt direkt an die Giebelwand des denkmalgeschützten Abspannwerks Scharnhorst an. So entstanden rund 22.400 m2 flexibel nutzbare Bürofläche, die zeitgemäße Architektur mit dem Charme industrieller Geschichte verbinden.

Wasserdicht unter Hochgrundwasser: Präzision im Spezialtiefbau

Das Projekt stellte höchste Anforderungen an Dichtigkeit, Sicherheit und Präzision. Aufgrund des in Berlin allgegenwärtigen, hoch anstehenden Grundwassers war eine nahezu vollständig wasserdichte Baugrube unerlässlich. Für den Auftraggeber entstand durch die Ausführung einer 4.500 m² großen DSV-Dichtsohle sowie 4.600 m² rückverankerter Schlitzwände eine verlässliche, dauerhaft stabile und kontrollierbare Gründungsebene. Ein erfolgreich durchgeführter Pumpversuch bestätigte die hohe Wirksamkeit der Abdichtung: Nur minimale Restwassermengen mussten noch abgeführt werden – ein klarer Vorteil hinsichtlich Bauzeit, Kosten und Risikominimierung.

Sicheres Arbeiten im innerstädtischen Raum

Die Baugrube befand sich zwischen dem denkmalgeschützten Abspannwerk Scharnhorst und einem neuen Umspannwerk; entsprechend sensibel waren die Randbedingungen. Ein kontinuierliches Erschütterungsmonitoring sowie strenge Sicherheitsmaßnahmen rund um eine unmittelbar angrenzende Hochspannungsleitung sorgten dafür, dass die Arbeiten jederzeit kontrolliert, sicher und ohne Beeinträchtigung der Nachbargebäude verliefen. Die innerstädtische Lage stellte außerdem hohe Anforderungen an die Logistik. Ein durchdachtes Konzept für Baustelleneinrichtung, Lieferketten und Schnittstellenmanagement bildete einen zentralen Erfolgsfaktor.

Schulterschluss von Spezialtiefbau und Hochbau

Mit der Erstellung der Schlitzwände, der DSV-Dichtsohle und 3.500 m temporären Litzenverpressankern erhielt der Auftraggeber eine technisch ausgereifte, sichere und wirtschaftliche Baugrubenlösung, die den Weg für ein modernes, nachhaltiges Bürogebäude mit flexiblem Nutzungskonzept ebnete. Im August 2022 wurde die rund 10 m tiefe Trogbaugrube planmäßig an den PORR Hochbau übergeben. Der reibungslose Übergang beider Gewerke zeigt exemplarisch die Stärke der PORR.

Architektonische Qualität mit Weitblick

Das Erdgeschoss bietet viel Platz für gastronomische Angebote. Zwei begrünte Lichthöfe sorgen für Helligkeit und Transparenz im Innenbereich. Von der Dachterrasse reicht der Blick bis zum Berliner Reichstag. Die Büros sind für flexible Nutzungskonzepte vorgesehen, mit modernster Gebäudetechnik ausgestattet und bieten somit optimale Bedingungen für zukunftsorientiertes Arbeiten.

Effizienz durch Partnering und Lean-Management

Von Beginn an setzte das Projektteam auf ein Partnering-Modell. Bereits in der Pre-Construction-Phase wurde so eine enge, transparente Zusammenarbeit aller Beteiligten sichergestellt. Das schaffte Kostensicherheit und ermöglichte maßgeschneiderte Mieterausbauten. 

Die Bauausführung folgte konsequent den Prinzipien des Lean Managements mit Taktplanung und dem Last Planner System. Das Projekt wurde dadurch in klar definierte Arbeitseinheiten unterteilt, was die Koordination sämtlicher Gewerke erleichterte und Termin- sowie Budgetziele absicherte. 

Nachhaltigkeit als Leitgedanke: ESG-konformes Bauen

Neben architektonischer Qualität und effizienter Umsetzung überzeugt das Projekt durch ein konsequentes Nachhaltigkeitskonzept. Die PORR-Tochter pde Integrale Planung begleitete das Projekt erfolgreich bis zur LEED-Platin- und WiredScore-Gold-Zertifizierung. Darüber hinaus ist eine WELL Core vorgesehen, für ein gesundes, nutzerfreundliches Arbeitsumfeld und eine zukunftssichere digitale Infrastruktur.

Ein Projekt mit Signalwirkung

Mit der Fertigstellung setzt das Bürogebäude an der Sellerstraße einen neuen städtebaulichen Akzent in der nördlichen Innenstadt. Es steht beispielhaft für nachhaltiges Bauen im Dialog mit der Geschichte und vereint architektonische Vision, technologische Innovationskraft sowie wirtschaftliche Effizienz auf vorbildliche Weise.

Was im Baugeschäft letztlich zählt, sind erfolgreich umgesetzte Projekte. Davon hat die PORR viele.