Duktile Rammpfähle

Duktile Rammpfähle (HLV‑Pfahl) sind Tiefgründungselemente mit voller Bodenverdrängung, hoher Tragfähigkeit und allgemeiner Bauartgenehmigung.

Hochleistungsverdrängungspfahl (HLV)

Duktile Rammpfähle
Vollverdrängungspfähle mit allgemeiner Bauartgenehmigung

Duktile Rammpfähle, auch HLV-Pfähle (Hochleistungsverdrängungspfähle) genannt, sind Fertigrammpfähle für unterschiedliche Gründungsaufgaben. Sie können als Tiefgründungselemente für verschiedene Bauwerks- und Infrastrukturprojekte eingesetzt werden.

Durch die vollständige Verdrängung des Bodens fällt während der Herstellung kein klassisches Bohrgut an. Die Auswahl und Dimensionierung der Pfähle erfolgt unter Berücksichtigung der jeweiligen Baugrund-, Last- und Projektanforderungen.

Für das Pfahlsystem aus gusseisernen Rohren liegt eine allgemeine Bauartgenehmigung des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) vor. 

HLV-Pfähle werden unter anderem für die Gründung kleiner und mittelgroßer Bauwerke eingesetzt.

Einsatzbeispiele sind:

  • Hallen
  • Industriegebäude
  • Strom- und Mobilfunkmasten
  • Rohrleitungen

Technische Broschüre
Duktile Rammpfähle (HLV-Pfahl)

Vorteile / Merkmale
Duktile Rammpfähle

Duktile Rammpfähle eignen sich für kleinere bis mittelgroße Projekte, bei denen die Randbedingungen der Rammherstellung berücksichtigt werden können.

  • Herstellung: hohe Tagesleistungen möglich
  • Pfahlsystem: für unterschiedliche Projektanforderungen einsetzbar
  • Platzbedarf: vergleichsweise geringer Geräte- und Flächenbedarf
  • Bodenmanagement: volle Bodenverdrängung ohne klassischen Bodenaushub
  • Tragfähigkeit: Erhöhung durch Mantelverpressung möglich
  • Anwendungsbereich: Ausführung als Druck- und/oder Zugpfahl
  • Ausführungsvarianten: Schrägpfähle möglich
  • Verfahren: langjährig eingesetztes System mit allgemeiner Bauartgenehmigung
  • Einsatzbedingungen: auch bei beengten Platzverhältnissen einsetzbar
  • Pfahllängen: Verlängerung der Rohre und große Pfahllängen möglich

Material- und Verfahrensaspekte

Duktiles Gusseisen ist ein metallischer Werkstoff, der nach dem Rückbau dem Materialkreislauf zugeführt werden kann. Durch die volle Bodenverdrängung fällt kein klassischer Bodenaushub an. Dies kann bei der Planung von Transport-, Logistik- und Entsorgungskonzepten berücksichtigt werden. Duktile Rammpfähle werden unter anderem bei Bauvorhaben auf kontaminierten Standorten eingesetzt.

Grundlagen
Duktile Rammpfähle

Die Bemessung und die Herstellung der HLV-Pfähle erfolgen nach Eurocode 7 sowie DIN EN 12699 und nach den Empfehlungen des Arbeitskreises „Pfähle“ (EA-Pfähle). Die Durchmesser der gusseisernen Rohre betragen 118 und 170 mm. Weitere Angaben finden Sie in unserer Zulassung Z-34.25-203 HLV-Pfahl System Stump, die Sie auf unserer Website herunterladen können. Die Belastungen und Rohrdurchmesser sind auf die jeweiligen Bodenverhältnisse abzustimmen. Duktile Rammpfähle: Dabei beraten wir Sie gern.

Der erste Rohrschuss wird, versehen mit einem Rammschuh oder einer Rammspitze, im bereits fertiggestellten Voraushub angesetzt und eingerammt. Der nächste Rohrschuss wird aufgenommen und in die konische Muffe des zuvor eingerammten Rohres eingesetzt. Durch den Rammvorgang entsteht eine starre, kraftschlüssige Verbindung. Der Pfahl wird auf die Endtiefe eingerammt, die aufgrund des Eindringwiderstandes festgestellt wird. Der Überstand wird auf die geplante Höhe abgetrennt. Das Reststück wird, versehen mit einem neuen Rammschuh, sogleich als Anfangsrohr des nächsten Pfahles angesetzt. Daher fällt bei der Pfahlherstellung kein Verschnitt an. Der Pfahlkopf wird je nach Erfordernis der Lastabtragung mit einer Druckverteilungsplatte und/ oder einer Zugbewehrung ausgebildet.

Flexibel einsetzbar

Die geringe Masse der zu rammenden Pfahlrohre ermöglicht die Pfahlherstellung mit einem leichten, wendigen Hydraulikbagger mit hydraulischem Schnellschlaghammer. Daher können die Pfahlfundierungen auch bei sehr beengten und schwierigen Platzverhältnissen hergestellt werden. Dies ermöglicht die schonende, nahezu erschütterungsfreie Einbringung der Pfähle in den Baugrund auch in unmittelbarer Nähe bestehender Gebäude. Ein Pfahlachsabstand von ca. 40 cm vom Bestand kann eingehalten werden.

Ausführungsvarianten
Duktile Rammpfähle

Vor allem in nicht bindigen Böden ist eine Mantelverpressung zur Erhöhung der äußeren Tragfähigkeit erforderlich. Während der Rammung wird durch das Pfahlrohr Betonmörtel eingepresst, der über einen Rammschuh mit größerem Durchmesser den Ringraum ausfüllt. Dabei erfolgt zusätzlich zu der Bodenverdichtung eine innige Verzahnung mit dem Baugrund. Besonders in sandigen und kiesigen Böden können damit Mantelreibungswerte bis 200 kN/m² erreicht werden.

Schrägpfähle können bis zu einer Neigung von 45 Grad bzw. bei mantelverpressten Pfählen bis 5 Grad Neigung hergestellt werden.

Qualitätssicherung
Duktile Rammpfähle

Zur Qualitätssicherung bei der Bauausführung sind die Anforderungen der europäischen und nationalen Normen zu beachten. Die Bemessung und die Herstellung der HLV-Pfähle erfolgen nach Eurocode 7 sowie DIN EN 12 699, unserer allgemeinen Bauartgenehmigung des DIBt und nach den Empfehlungen des Arbeitskreises „Pfähle“ (EA-Pfähle). Die Eigenüberwachung und Dokumentation der Bauausführung sind in den Herstellungsnormen geregelt.

Duktile Rammpfähle erfordern in der Ausführung eine auf die Anforderungen der jeweiligen Maßnahme individuell abgestimmte Verfahrensanweisung.

Eine hohe Ausführungsqualität gewährleisten wir durch:

  • Individuell abgestimmte Verfahrensanweisungen
  • Einhaltung der Anforderungen aus DIN EN 12 699, Eurocode 7 und EA-Pfähle
  • Einhaltung der Anforderungen aus der allgemeinen Bauartgenehmigung
  • Klare Prozesse über unser Qualitätsmanagementsystem nach DIN EN 9001:2015
  • Statische oder dynamische Pfahlprobebelastungen
  • Erschütterungsmessungen